Zur Namensherkunft von Weimar: altgermanisches Wort für heilig und althochdeutsch für See und Sumpf, also „Heiliger See/Sumpf“

899: erste urkundliche Erwähnung als Wigmara; am 3. Juni 975 erwähnte Kaiser Otto II. auf einer für das Kloster Fulda ausgestellten Urkunde die Siedlung Burg Weimar; diese gilt als „Geburtsurkunde der Stadt“

1168: erste Erwähnung der „Jakobskirche“: 1806 Trauung von Christina Vulpius und Johann Wolfgang Goethe, ist eine Station des Jakobsweges nach Santiago de Compostela, Grabmal des Malers Lucas Cranach d. Ä.

1245-1249: Bau der späteren Stadtkirche „St. Peter und Paul“

1249: erste Erwähnung als Stadt

1552: Ernennung zur Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar

1561-1568: Hexenverfolgung und Hexenverbrennung: 6 Menschen starben

1653: erster Zwiebelmarkt in Weimar durch herzogliche Verordnung

1708-1717: Johann Sebastian Bach Hoforganist und Kapellmeister

1759: Regentschaft von Herzogin Anna Amalia: Beginn des Goldenen Zeitalters, Musenhof: Adlige, Bürgerliche, Schriftsteller, Wissenschaftler, Künstler

1775: Beginn der Regentschaft Carl August: Beginn des kulturellen und literarischen Zentrums von europäischem Rang, Beginn der Freundschaft mit Johann Wolfgang Goethe

1776: Johann Gottfried Herder wird Generalsuperintendent, „Sturm und Drang“ Zeit

1791: erster Bau des Hoftheaters unter Leitung von Goethe bis 1817

1799: Friedrich Schillers zieht nach Weimar

1806: Schlacht bei Jena-Auerstedt und Besetzung Weimars durch Napoleon und seine Truppen

1813: Johann Daniel Falk gründet das erste Waisenhaus Deutschlands

1815: erstes öffentliches Aufstellen eines Weihnachtsbaumes in Deutschland

1815: Wiener Kongress - Ergebnis: Weimar wird Großherzogtum

1816: erstmalige Aufführung des Weihnachtsliedes: „O du fröhliche“; Text: Johann Daniel Falk

1816: erste Verfassung eines deutschen Fürsten in Deutschland überhaupt

1832: am 22. März stirbt Johann Wolfgang von Goethe

1842: Franz Liszt wird Hofkapellmeister; Beginn des Silbernen Zeitalters

1846: Weimar erhält Eisenbahnanschluss nach Halle und Erfurt

1848: Übersiedlung von Franz Liszt nach Weimar

1849: Richard Wagner floh nach Weimar zum Schwiegervater Liszt

1850: Uraufführung von Wagners Lohengrin in Weimar durch Liszt

1857: Enthüllung des Goethe-Schiller-Denkmales: Entwurf vom Dresdener Bildhauer Ernst Rietschel, gestiftet von König Ludwig I., bemerkenswert ist, dass die „Dichterfürsten“ in gleicher Körpergröße dargestellt sind – obwohl Schiller mit 1,90 m erheblich größer war als Goethe mit nur 1,69 m, Kopien des Denkmals stehen in Cleveland, Milwaukee, San Francisco und Shanghai

1859/60: Errichtung des Lesemuseums (heute Niketempel), Zugang zu Zeitschriften

1872: Gründung der Weimarer Orchesterschule; seit 1930: Hochschule für Musik; seit 1956: unter dem Namen „Franz Liszt“

1885: Gründung des Goethe-Nationalmuseums, des Goethe-Archivs (seit 1889 Goethe-Schiller-Archiv) und der Goethe-Gesellschaft

1899: Fahrt der ersten Straßenbahn in Weimar zuerst mit Pferden, später elektrisch betrieben, 1937: Verkauf an die Stadt Jena

1903: Entwurf des Nietzsche-Archives von Henry van de Velde

1907: Gründung der Großherzoglich-Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar auf Betreiben des belgischen Architekten Henry van de Velde

1907-1908: Bau des Wohnhauses Hohe Pappeln der Familie van de Velde

1908: Einweihung des Thüringer Gewerkschaftshauses „Volkshaus“

1918: Abdankung des Großherzoges Wilhelm Ernst

1919: im Deutschen Nationaltheater findet die verfassungsgebende Versammlung mit der Annahme der Weimarer Verfassung statt, es wird die erste deutsche Demokratie, die „Weimarer Republik“ gegründet.

Das staatliche Bauhaus wird von Walter Gropius gegründet: weitere Künstler bis 1925: Lyonel Feininger (Kirche von Gelmeroda) Wassily Kandinsky, Paul Klee etc.; 1991: Ernennung zur Universität

1920-1952: Weimar wird Landeshauptstadt von Thüringen

1925: Fund des Skelettes des Ehringsdorfer Urmenschen; Alter: 200.000 bis 250.000 Jahre

1937: Errichtung des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg; ca. 56.000 Ermordete

1945: 11.4. Befreiung des KZ Buchenwald durch die III. US-Armee, Roman: „Nackt unter Wölfen“ von Bruno Apitz, verfilmt von der DEFA 1946, u.a. mit Armin Müller-Stahl

1948: Wiedereröffnung des Deutschen Nationaltheaters mit Goethes „Faust“

1949: Goethejahr 200. Geburtstag: Besuch von Thomas Mann → Goethe-Gedenkrede; Wiedereröffnung des Goethehauses

1955: Schillerjahr 150. Todestag: Besuch Thomas Mann → Schiller-Gedenkrede

1958: Einweihung der nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald

1988: Eröffnung des neu erbauten Schillermuseums (einziger Museumsbau in 40 Jahren DDR)

1989: Dienstagsdemostationen in Weimar ca. 15.000 Teilnehmer; am 24.10.: Beginn der demokratischen-gesellschaftlichen Veränderungen

1998: Klassisches Weimar, Goethe-Schiller-Archiv und Bauhaus stehen auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO     

1999: Weimar ist „Europäische Kulturhauptstadt 1999“ mit dem Goethejahr (250. Geburtstag) und dem Schillerjahr (240. Geburtstag)

Schaffung des Kollegs Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar als Ort der zur freien Auseinandersetzung mit Philosophie, Wissenschaft und Kunst

2002: Handschriften Goethes werden von der UNESCO in das Register des Gedächtnisses der Menschheit aufgenommen

2004: Brand der Anna-Amalia-Bibliothek: ca. 50.000 Bücher und die Musikaliensammlung Anna

Amalias gehen unwiederbringlich in den Flammen zugrunde

2004: Weimar erhält den Beinamen "Universitätsstadt"

2005: Schillerjahr, 200. Todestag

2007: Wiedereröffnung der Herzogin Anna-Amalia-Bibliothek

2008: Teilnahme an der Aktion Stolpersteine: Erinnerung an die Schicksale jüdischer Einwohner Weimars